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Desktop-Virtualisierung - die Zukunft des PC-Arbeitsplatzes?
Wenn IDC erwartet, dass bis zum Jahr 2011 mehr als 10 % aller Infrastrukturen in Unternehmen virtuell sind, dann wird diese Entwicklung auch den einzelnen PC-Arbeitsplatz erfassen. Denn die Gesamtkosten eines klassischen PC-Arbeitsplatzes entfallen zu ca. 2/3 auf Service und Support während des Betriebes. Dazu kommen immer höhere Sicherheitsaufwendungen, mangelnde Flexibilität und besonders der Wunsch nach Standardisierung und zentralem Management, die das Konzept des virtuellen PCs immer attraktiver erscheinen lassen. Ist Desktop-Virtualisierung also DIE Zukunft des PC-Arbeitsplatzes? Ja, für viele, aber nicht für alle ...
Die wichtigsten Ansätze der Desktop-Virtualisierung
Bevor man sich näher mit dem Thema "Desktop-Virtualisierung" beschäftigt, muss erst zwischen drei gängigen Einsatzarten unterschieden werden:
- Standard-Desktop - Bereitstellung über Terminal Server: Die richtige Lösung, wenn man eine einheitliche, einfache und schnelle Benutzerumgebung schaffen will, in der vor allem Routineaufgaben erledigt werden
- Individueller Desktop - Bereitstellung über virtuelle Maschinen: Ideal, wenn die IT-Anforderungen komplexer werden und die Anwender ihren Arbeitsplatz stärker personalisieren wollen
- Hochleistungs-Desktop - Bereitstellung über Blade-PCs: Wenn es bei der Leistung und Individualisierung keinerlei Kompromisse geben darf (z. B. Konstruktion, Software-Entwicklung) wandert der PC ins Rechenzentrum, wo er dem einzelnen Nutzer zwar 100 % zur Verfügung steht, aber trotzdem zentral gemanagt werden kann
Warum überhaupt Desktop-Virtualisierung?
Die einfachste Antwort könnte lauten: Wenn man schon Speicher, Server und Applikationen virtualisiert, dann ist die Virtualisierung des einzelnen Arbeitsplatzes der nächste logische Schritt. Aber ganz so einfach ist es nicht, denn für jedes Unternehmen, seine Arbeitsplätze und seine Mitarbeiter kann sich ein unterschiedliches Bild ergeben.
Generell lässt sich jedoch sagen, dass eine IT-Abteilung heute auf die folgenden großen Herausforderungen reagieren muss:
- Die Infrastruktur in den Unternehmen ist immer komplexer geworden, die Administration der Endgeräte immer aufwendiger
- Die Sicherung von Netzwerken und Daten in allen Bereichen eines Unternehmens kann nur mit einem enormen Aufwand erreicht werden - und je mobiler die Nutzer, desto schwieriger wird sie
- Gerade heute wandeln sich Unternehmen schneller als gedacht: Arbeitsumgebungen werden neu definiert, Arbeitsplätze verschwinden hier und sollen dort in veränderter Form wieder aufgebaut werden. Das Problem: Klassische Arbeitsplätze sind nicht flexibel und skalierbar genug für Maßnahmen dieser Art
- Keine IT-Abteilung kann es sich heute leisten, die Gesamtkosten während des Lebenszyklus eines Arbeitsplatzes außer Acht zu lassen. Und die Zahlen sprechen eindeutig für den virtuellen Desktop: Laut Fraunhofer Institut bis zu 40 % Kostenersparnis gegenüber einem "Managed PC" und sogar bis zu 70 % gegenüber einem manuell administrierten Arbeitsplatz!
- Seit Jahrzehnten wird die Energiefrage in der IT ignoriert, doch für immer mehr Unternehmen stellt eine mögliche Senkung des Energieverbrauchs heute sowohl einen Kosten- als auch Imagefaktor dar - ein Problem, das sich mit den klassischen PCs nicht lösen lässt
Die Vorteilslogik der Desktop-Virtualisierung ist bestechend:
Das zentrale Management der Desktops reduziert den Administrationsaufwand und damit die laufenden Kosten. Die Endgeräte am Arbeitsplatz können einfacher ausgestattet und damit günstiger sein. Neue Desktops werden innerhalb von Minuten aufgesetzt, Upgrades zentral ausgerollt und die Datensicherung wird direkt von der IT kontrolliert. Ob der User dabei im Büro, unterwegs oder zu Hause arbeiten will, spielt keine Rolle mehr. Auf jeden Fall aber darf er sich über mehr Leistung freuen, denn Server-basierte Anwendungen werden in der Regel auf schnellerer und zuverlässigerer Hardware ausgeführt.
Desktop-Virtualisierung wird den klassischen Arbeitsplatz nie komplett verdrängen. Dagegen spricht schon der Faktor "Mitarbeiter": Die einen empfinden die Reduzierung der sichtbaren Leistung am Arbeitsplatz als "Herabstufung", die anderen wollen sich nicht von ihren lieben Gewohnheiten trennen.
Doch auch wenn es in einzelnen Unternehmen Gründe gegen einen flächendeckenden Einsatz der Desktop-Virtualisierung geben mag, so beweist die Praxis, dass bei identischen bzw. standardisierten Arbeitsplätzen die Vorteile zahlreich und signifikant sind.
Jedes Unternehmen sollte daher auf jeden Fall die Chance nutzen, Virtualisierungs-Szenarien für seine PC-Arbeitsplätze zu untersuchen.
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